{"id":724,"date":"2015-06-29T09:11:56","date_gmt":"2015-06-29T07:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/ictplus.hr\/poliklinika2\/?page_id=724"},"modified":"2015-06-29T09:11:59","modified_gmt":"2015-06-29T07:11:59","slug":"geschichte-uber-marko","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/de\/geschichte-uber-marko\/","title":{"rendered":"Geschichte \u00fcber Marko"},"content":{"rendered":"<h2>Geschichte mit einem Gl\u00fccklichen Ende<\/h2>\n<p>Ich glaube, dass ich meine Geschichte mit gerade diesem Titel beginnen muss. Das ist eine Geschichte dar\u00fcber, wie mein Kind seine ersten Schritte alleine mit 24 Monaten, ohne irgendwelche Hilfsmittel gemacht hat, mit 36 Monaten Ski gefahren und im sechsten Lebensjahr selbst\u00e4ndig Fahrrad gefahren ist.<br \/>\nHeute ist er sechseinhalb Jahre alt, besucht die erste Klasse Grundschule und ist ein Kind ohne besondere Probleme, ein Kind ohne besondere Bed\u00fcrfnisse, trotz des anf\u00e4nglichen Gutachtens die \u00c4rztin in der &#8222;Neuroentwicklungsambulanz&#8220;, die eine viel pessimistischere Prognose bez\u00fcglich der Entwicklung des Kindes und seines letztlichen Zustands gegeben hat.<\/p>\n<p>Um meine Geschichte kurz zu fassen:<br \/>\nMeine erste Schwangerschaft im 27. Lebensjahr verging mit etwas Komplikationen, Blutungen, teilweiser Sch\u00e4lung der Geb\u00e4rmutterschleimhaut, Verdacht auf thrombozytopenische Purpura, rote, kleine P\u00fcnktchen auf den F\u00fc\u00dfen, die einen Juckreiz verursacht haben. Ich habe das Kind in der 39. Schwangerschaftswoche mit Kaiserschnitt zur Welt gebracht, weil das Kind sich in Stei\u00dflage befand. Nach der Geburt des Kindes war angeblich alles in Ordnung, so dass sie uns nicht, au\u00dfer den \u00fcblichen Untersuchungen, keine zus\u00e4tzlichen empfohlen haben. Die Entwicklung des Kindes verlief bis zum 10 bzw. 11 Lebensmonat normal. Mein Sohn Mark konnte mit 6 Monaten selbst\u00e4ndig sitzen, mit 8,5 Monaten begann er zu krabbeln. Danach h\u00f6rte seine seine motorische Entwicklung auf. Ich habe bemerkt, dass er nicht gut aufstehen kann beziehungsweise, wenn er mit der Sitzgarnitur aufstehen wollte, er eigentlich mit Hilfe seiner H\u00e4ndchen aufgestanden ist und dieses Aufstehen erfolgte sehr unsicher und nur auf den Zehen.<\/p>\n<p>Mein inneres Gef\u00fchl hat mir die ganze Zeit gesagt, dass etwas nicht in Ordnung sei. Die P\u00e4diater haben mir st\u00e4ndig gesagt, dass Kinder bis zum ersten Lebensjahr Zeit haben, sich auf ihre F\u00fc\u00dfe zu stellen und ich den Prozess nicht beschleunigen soll. Ich habe ihnen geglaubt, weil ich nur eine f\u00fchlende Mutter bin.<\/p>\n<p>Und wahrlich, mein Gef\u00fchl beziehungsweise meine Intuition hat mich nicht get\u00e4uscht und sich als richtige und wertvolle Angabenquelle erwiesen. Im Alter von einem Jahr haben sie uns dennoch in die Neuroentwicklungsambulanz verwiesen. Nach der Kontrolle der \u00c4rztin und der Physiotherapeutin folgte die Diagnose: mildere Form der zerebralen Paralyse (Grad 1-2). Die \u00c4rztin hat mir folgende Frage gestellt: \u201eWarum kommen Sie erst jetzt in die Neuroentwicklungsambulanz und wo waren Sie bis jetzt?\u201c Also, vorher war ich beim P\u00e4diater eine panische Mutter und in der Neuroentwicklungsambulanz galt ich als nicht f\u00fcrsorgliche Mutter.<\/p>\n<p>Alles in allem, wurde mein Mutterschaftsurlaub, der gerade geendet hat und ich zu meinem Arbeitsplatz h\u00e4tte zur\u00fcckkehren m\u00fcssen, verl\u00e4ngert.<br \/>\nNach dem ersten Schock, begannen wir mit der Therapie, die ein Mal pro Woche stattfand. Ich habe das Gef\u00fchl gehabt, dass das absolut zu wenig ist und er auch danach nicht gehen k\u00f6nnen wird. Die \u00c4rztin hat mir gesagt, dass Mark dennoch gehen wird, jedoch leider nicht stabil und er Hilfsmittel brauchen wird. Er wird insofern nicht selbst\u00e4ndig gehen k\u00f6nnen, weil er nicht alleine zum Gesch\u00e4ft gehen wird k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Familienfreunde, die \u00e4hnliche Erfahrungen hatten, brachten uns nach Zagreb, zu Dr. Polovina. Ich wollte, dass er mir sagt, dass sein Zustand anders ist, mein Kind keine Schwierigkeiten haben und selbst\u00e4ndig gehen wird, wie es der normalen Entwicklung entspricht. Aber ich habe das nicht geh\u00f6rt. Die Situation war klar: es wird viel \u00dcbung bed\u00fcrfen, viele physiotherapeutische \u00dcbungen und selbst\u00e4ndiges Gehen kann nicht garantiert werden.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfem Enthusiasmus und viel Ernst haben wir begonnen, die Anleitungen von Dr. Polovina zu befolgen. Wir mussten t\u00e4glich 8 Stunden physiotherapeutische \u00dcbungen machen, was im Prinzip bedeutet, die ganze Zeit, als das Kind wach war. Wir haben alle Besuche, Spazierg\u00e4nge, Kaffeekr\u00e4nzchen mit anderen M\u00fcttern, Urlaube etc. abgesagt. Unser Leben haben wir zur G\u00e4nze \u00dcbungen und Leibes\u00fcbungen unterworfen. Unsere Wohnung wurde ein gro\u00dfer \u00dcbungsplatz, ausgef\u00fcllt mit physiotherapeutischen Experten, Spiegeln, Spielzeug, Kinderb\u00fcchern, Teletubbies-Videokasetten und sp\u00e4ter mit Steinpfaden. Als Marko ein Jahr alt war mussten wir ihn auf das Niveau eines 6 Monate alten Babys zur\u00fcckversetzen, ihm regelm\u00e4\u00dfige Verhaltensmuster beibringen bzw. seine Bewegungsmuster \u00e4ndern, die er seinen M\u00f6glichkeiten angeglichen hat.<\/p>\n<p>Eltern, die eine \u00e4hnliche Geschichte erleben bzw. erlebten, wissen, dass das Familienleben bzw. die Ehe in diesen Momenten gro\u00dfen Tests unterzogen ist. Vor allem M\u00fctter, die ihr Leben zur G\u00e4nze den Bed\u00fcrfnissen des Kindes unterworfen und ihre Bed\u00fcrfnisse beiseite gelegt haben, erleben gro\u00dfe psychische Belastungen. Es gibt N\u00e4chte, wann du dein schlafendes Kind betrachtest und dich fragst: \u201cWeshalb gerade er?\u201c Man sucht Fragen auf Antworten und kann sie nicht finden. Man macht sich Vorw\u00fcrfe und fragt sich, wann und wo der Moment war, durch den diese Situation entstanden ist. Man weint in Momenten, wenn das Kind nicht \u00fcben will, wenn es einfach nicht Teil dessen ist, wann es lieber spielen will und die Welt nach seinen Vorstellungen erforschen will.W\u00e4hrend man sich st\u00e4ndig denkt: wir m\u00fcssen \u00fcben, wir m\u00fcssen Schritt\u00fcbungen machen und haben aber erst die Zehen aufgew\u00e4rmt. Manchmal hat man das Gef\u00fchl, dass man das Kind in eine Situation gezwungen hat, das schwer f\u00fcr es ist und ihm nicht danach ist.<\/p>\n<p>Dann muss man sich die S\u00e4tze von Dr. Polovina merken, die ich immer wiederholt habe: \u201cDu bist eine Mutter und du wei\u00dft, was gut f\u00fcr dein Kind ist. Du kannst es nicht fragen, ob es \u00fcben m\u00f6chte. Du wei\u00dft, dass es muss. Vergiss nicht, dass das Kind sich nicht an die Momente des Weinens w\u00e4hrend der \u00dcbungen erinnern wird! Daran wird es sich im Alter von 18 Jahren nicht erinnern, aber sei dir bewusst, dass es in seinem 18. Lebensjahr gro\u00dfe psychische Beschwerden haben wird, wenn sein Gang bzw. seine Bewegungen beschr\u00e4nkt sein werden, und nicht, weil es im Alter von 2 Jahren geweint hat, weil es nicht \u00fcben wollte.\u201c<\/p>\n<p>Wenn ich heute \u00fcber diesen Zeitraum zur\u00fcckdenke, \u00fcber die Zeit, die wir bis zu Markos ersten Schritten und sp\u00e4terem Gehen durchgemacht haben, bin ich mir bewusst, dass dies eine Zeit vieler Entsagungen, gro\u00dfer psychischer Belastungen war. Daf\u00fcr aber zahlen sich die \u00dcbungen vielfach aus, was sich im Resultat umschl\u00e4gt. Das Resultat der \u00dcbungen ist unsch\u00e4tzbar und kann nicht gemessen werden. Ich kann mit Recht behaupten, dass das mein Lebensprojekt war und ich das Beste getan habe, das ich konnte. Mein Kind, mein Mark, ist heute kein Kind mit besonderen Bed\u00fcrfnissen mehr. Er ist ein Kind, dem Gehen, Laufen, Fu\u00dfballspielen, Tennis, Schwimmen, Ski fahren usw. etwas darstellt, was sich von selbst versteht.<\/p>\n\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 25%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-724 gallery-columns-4 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko3-edit.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko3-edit-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko2-edit.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko2-edit-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko4-edit.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko4-edit-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko-1-edit.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/otroskarehabilitacija.si\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marko-1-edit-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte mit einem Gl\u00fccklichen Ende Ich glaube, dass ich meine Geschichte mit gerade diesem Titel beginnen muss. 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